Hier finden Sie nützliche Infos zu Ihrem Zeugnis.

Begriff
Das Arbeitszeugnis ist eine privatrechtliche Urkunde des Arbeitgebers, in welcher er die Personalien des Arbeitnehmers, die Art und die Dauer des Arbeitsverhältnisses festhält und sich wohlwollend über seine Leistungen und sein Verhalten äussert.

Arbeitszeugnisse sind für den Bewerbungsprozess unerlässlich und sollen den Arbeitgebern aussagekräftig über den Arbeitnehmer informieren.

Wichtigste Grundsätze
Das Arbeitszeugnis hat über alle Tätigkeiten des Arbeitnehmers und seine gesamte Arbeitsdauer sowie über Funktion, Leistungen und Verhalten des Arbeitnehmers Auskunft zu geben. Es muss insbesondere folgende drei Kriterien erfüllen:

Vollständigkeit:
Es müssen alle Tätigkeiten des Arbeitnehmers erfasst sein und seine Leistungen und sein Verhalten muss über den gesamten Arbeitszeitraum beurteilt werden.

Wohlwollen:
Das Arbeitszeugnis muss grundsätzlich die Bewertung "gut" enthalten und soll den Arbeitnehmer nicht an seinem beruflichen Vorkommen hindern. Soll das Arbeitszeugnis "sehr gut" sein, ist dies vom Arbeitnehmer zu beweisen. Soll das Arbeitszeugnis "genügend" oder "schlecht" sein ist dies im Streitfall vom Arbeitgeber zu beweisen.

Wahrheit:
Der Inhalt des Arbeitszeugnisses muss der Wahrheit entsprechen. Dem wird Genüge getan, wenn die Leistungen und das Verhalten des Arbeitnehmers weder beschönigt noch falsch wiedergegeben werden. Dabei muss auch auf Umstände hingewiesen werden, welche für einen neuen Arbeitgeber relevant sein können (z.B. eine Straftat oder eine psychische Krankheit eines Mitarbeiters etc.). Werden diese Umstände im Arbeitszeugnis nicht erwähnt, kann der ehemalige Arbeitgeber gar schadenersatzpflichtig werden.

Die Arbeitsbestätigung beschränkt sich auf Aussagen über Funktion und Art bzw. Dauer des Arbeitsverhältnisses.
Arten
Dienstzeugnis:
Das Dienstzeugnis ist das Arbeitszeugnis im Beamtenverhältnis.

Zwischenzeugnis:
Das Zwischenzeugnis ist ein Arbeitszeugnis im ungekündigten Arbeitsverhältnis. Ein Zwischenzeugnis muss betreffend Inhalt und Aufbau einem Vollzeugnis entsprechen. Ein Zwischenzeugnis wird auf Verlangen des Arbeitnehmers ausgestellt und zwar vor allem dann, wenn der Arbeitnehmer eine neue Stelle sucht. Das Ausstellen lassen eines Zwischenzeugnisses ist für einen Arbeitnehmer jedoch auch dann empfehlenswert, wenn er zum Beispiel eine andere Funktion übernehmen kann oder er befördert wird sowie wenn sein Vorgesetzter die Stelle wechselt. Es ist darauf zu achten, dass bei der Formulierung die Verben in der Gegenwartsform gebraucht werden, da der Arbeitnehmer zum Zeitpunkt der Ausstellung seine Stelle noch inne hat.

Vollzeugnis:
Das Vollzeugnis ist im Gegensatz zur Arbeitsbestätigung ein umfassendes Zeugnis. Es enthält auch Informationen zu Leistung und Verhalten des Arbeitnehmers.

Lehrzeugnis:
Das Lehrzeugnis ist das Arbeitszeugnis für Arbeitnehmer in Ausbildung.

Praktikumszeugnis:
Das Praktikumszeugnis ist ein Arbeitszeugnis für Arbeitnehmer im Praktikum.

Arbeitsbestätigung:
Die Arbeitsbestätigung hält dabei lediglich Art und Dauer des Arbeitsverhältnisses eines Arbeitnehmers fest und enthält keine Informationen zu Leistung und Verhalten des Arbeitgebers.

Form
Das Arbeitszeugnis muss in Schriftform verfasst sein.

Es muss sauber verfasst sein, d.h. es muss den Grammatik- und Rechtschreiberegeln entsprechen und darf keine Korrekturen, Streichungen und dergleichen angebracht haben. Zudem muss das Zeugnis auf neutralem Papier von guter Qualität verfasst sein.

Das Arbeitszeugnis muss vom Arbeitgeber unterschrieben werden.

Mindestinhalt
Das Arbeitszeugnis enthält folgenden Mindestinhalt:
- Benennung als "Arbeitszeugnis" oder "Zeugnis" (Titel)
- Ort und Datum der Ausstellung
- Bezeichnung des Arbeitgebers und Arbeitnehmers
- Art des Arbeitsverhältnisses
- Dauer des Arbeitsverhältnisses
- Beurteilung der Leistung
- Beurteilung des Verhaltens
- Unterschrift des Arbeitgebers oder dessen Stellvertreters

Auf Wunsch des Arbeitnehmers kann der Grund der Beendigung des Arbeitsverhältnisses im Arbeitszeugnis aufgeführt werden.

Zeugnissprache
Das Zeugnis ist in der Landessprache des Arbeitsortes auszustellen.

Kodiertes Zeugnis
In Arbeitszeugnissen werden oft gebräuchliche Standardformulierungen verwendet, welche spezifische Bedeutung besitzen.

Wissen Sie nicht, ob Sie ein kodiertes Zeugnis erhalten haben? Lassen Sie Ihr Arbeitszeugnis von einem unserer Partneranwälte überprüfen.

Ausstellungsfrist
Es gibt keine Ausstellungsfrist für das Arbeitszeugnis. Auch ist der Arbeitgeber nur beim Lehrabschlusszeugnis verpflichtet, dieses von sich aus auszustellen.

Alle anderen Zeugnisse hat der Arbeitnehmer anzufordern. Das Zwischenzeugnis ist dem Arbeitnehmer nach dessen Verlangen innert weniger Tage zur Verfügung zu stellen. Das Schlusszeugnis nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses ist dem Arbeitnehmer grundsätzlich am letzten Tag des Arbeitsverhältnisses zu übergeben. Läuft gegen den Arbeitnehmer eine Strafuntersuchung wegen Verdachts auf eine arbeitsrechtlich relevante Straftat, kann der Arbeitgeber mit der Zeugnisausstellung bis nach erfolgter Sachverhaltsabklärung zuwarten.

Der Zeugnisanspruch des Arbeitnehmers verjährt nach zehn Jahren.

Stellt der Arbeitgeber trotz mehrfacher Aufforderung kein Zeugnis aus, so kann der Anspruch gerichtlich durchgesetzt werden. Wir helfen Ihnen dabei. Vergleichen Sie dazu unsere Angebote.

Zeugnisklage
Wenn Sie mit dem Ihnen ausgestellten Arbeitszeugnis nicht zufrieden sind, dann helfen wir Ihnen Ihr Arbeitszeugnis anzupassen. Vergleichen Sie dazu unsere Angebote. Wir können Ihrem Arbeitgeber einen eigenen Zeugnisvorschlag unterbreiten. Weigert er sich aber auch dann noch, haben Sie die Möglichkeit Ihren Anspruch auf ein Arbeitszeugnis beim Gericht einzuklagen. easyarbeitszeugnis.ch hilft Ihnen dabei. Zuständig ist entweder direkt das Gericht, oder die Schlichtungsbehörde.